Aus der Kratzdistel wird eine Karte – eine mehrschichtige Klappkarte selbst gemacht

Wie aus dem Kratzdistel-Motiv im August-Paket eine mehrschichtige Klappkarte entsteht, Schritt für Schritt, und warum gerade diese Distel für mich so besonders ist.

Aquarell Material
Aus der Kratzdistel wird eine Karte – eine mehrschichtige Klappkarte selbst gemacht

Manche Motive möchte ich nicht nur malen, sondern verschenken. Die Kratzdistel ist so eines. In diesem Beitrag zeige ich, wie aus ihr eine kleine, mehrschichtige Klappkarte wird, die durch das Übereinanderkleben mehrerer Lagen eine schöne Räumlichkeit bekommt.

Warum ausgerechnet die Kratzdistel

Die Kratzdistel ist meine persönlichste unter den freundlichen Wilden. Wehrhaft und schön zugleich, mit ihren stacheligen Blättern und der weichen, purpurnen Krone. Lange galt sie als reines Unkraut, dabei ist sie ein wahres Wunder für die Tierwelt. Jemand hat mich einmal dafür gelobt, dass ich keine Angst habe, sie einfach in meinem Garten stehen zu lassen. Und im Herbst kamen die Distelfinken und pickten ihre Samen, Vögel, die ich sonst wohl nie zu Gesicht bekommen hätte. Genau diese kleine Geschichte macht sie für mich zum perfekten Motiv für eine Karte, die man weiterschenkt. Mehr über die ganze Reihe steht in meinem Beitrag über die freundlichen Wilden.

Was die Karte mehrschichtig macht

Im August-Paket liegen wie immer zwei Hauptmotive auf Baumwollpapier, eines davon ist die Kratzdistel, und auf dem Referenzdruck zeige ich sie fertig gemalt. Für diese Karte geht es aber um die kleineren Kratzdisteln auf dem kreativen Gestaltungsbogen. Sie werden ausgemalt, ausgeschnitten und dann in mehreren Lagen übereinandergeklebt. So liegt nicht alles flach auf dem Papier, sondern die einzelnen Zweige heben sich leicht ab und werfen kleine Schatten. Das gibt der Karte Tiefe, fast als würde die Distel aus der Fläche herauswachsen.

Nahaufnahme der mehrschichtig aufgeklebten Kratzdisteln auf der Klappkarte

Schritt für Schritt

So entsteht die Karte:

1. Ausmalen. Zuerst koloriere ich die kleinen Outlines der verschiedenen Kratzdisteln auf dem Gestaltungsbogen. Für die Blätter mische ich mir ein natürliches Grün, für die Blüten ein tiefes Purpur. Danach lasse ich alles gut trocknen, damit sich beim Schneiden nichts verwischt.Wer die Kratzdisteln lieber Schritt für Schritt mit mir zusammen ausmalen möchte, findet die passende Mal-Session dazu im Atelier.

Die kleinen Kratzdisteln auf dem Gestaltungsbogen, frisch ausgemalt

2. Ausschneiden. Nun schneide ich die Motive aus, mit einem schmalen Rand von ein bis zwei Millimetern rundherum. Dieser feine weiße Rand fasst die Distel ein und lässt sie später sauber auf der Karte wirken.

3. Arrangieren. Bevor ich klebe, lege ich die Kratzdistel-Zweige erst einmal lose auf die Deckseite der Klappkarte und probiere aus, wie sie am schönsten zusammenspielen. Hier lohnt es sich, in Ruhe zu schieben und zu drehen.

4. Aufkleben in Lagen. Zum Schluss klebe ich die Teile Schicht für Schicht übereinander auf die Deckseite. Die hinteren Zweige zuerst, die vorderen darüber. Genau dieses Stapeln macht den mehrschichtigen Effekt aus.

Die ausgeschnittenen Disteln werden in Lagen auf die Klappkarte geklebt

Ein kleines Geschenk, das bleibt

Am Ende hält man keine gekaufte Karte in der Hand, sondern ein kleines Unikat. Ich mag die Vorstellung, dass die Kratzdistel, die so lange niemand haben wollte, nun als handgemachter Gruß bei jemandem auf dem Tisch steht. Genau darum geht es mir bei diesen kleinen Projekten aus dem Paket: aus einem Motiv etwas zu machen, das man behält, verschenkt und in die Hand nimmt. Wer selbst mitmalen und basteln möchte, findet alles im Atelier für Kreative.